"Bachkantaten zum Mitsingen"

Wochenend-Workshops
mit Online-Lehrgang

 
Liebe Chorbegeisterte!

Wenn Sie sich auf dieser Seite umschauen, dann sicherlich deshalb, um zu erfahren, wann es endlich Informationen zu unserem nächsten Wochenend-Chorworkshop mit Online-Vorbereitung gibt.

In diesem Zusammenhang gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

 

Wie immer die schlechte zuerst:

Einen Workshop in der bisherigen Form und Konstellation wird es in Höxter nicht mehr geben, da ich meine Tätigkeit als Kantor der Ev. Kirchengemeinde Höxter zur Jahresmitte 2014 gekündigt habe. Nähere Einzelheiten dazu finden Sie hier.

 

Nun die gute Nachricht:

Ich gehe davon aus, dass ich künftig im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit die Zeit finde für einige eigentlich schon seit langem geplante, grundlegende software-technische Verbesserungen des Prinzips unserer Online-Lehrgänge, die dann möglicherweise auch für Ihre individuelle Vorbereitung bei Chorworkshops in anderen Gemeinden und bei ähnlichen Projekten sehr interessant sein könnten.

Worum geht es dabei? Nun, zum Beispiel habe ich mir schon seit längerem überlegt, dass es doch machbar sein sollte, das automatische Abspielen der computergenerierten Trainingsaufnahmen wesentlich „musikalischer“ zu gestalten, als das bisher technisch möglich ist.

Ein Beispiel: Selbst wenn man sehr gute gesampelte Sounds einsetzt, so wie in der folgenden Aufnahme, klingt die vom Computer erzeugte automatische Wiedergabe einer Notenpartitur nach dem gegenwärtigen allgemeinen Stand der Technik immer noch ziemlich „dudelig“, weil der Computer gleich aussehende Noten doch immer mehr oder weniger gleichförmig interpretiert (das Problem ist ähnlich dem bei synthetisch generierter Sprachausgabe in früheren Zeiten):

Eingangschor BWV 11,
automatisch generiert nach heutigem allgemeinem Stand der Technik

Mit den meist verwendeten MIDI-Klängen klingt es sogar noch deutlich schlechter. Das erforderte beim Erstellen der Online-Lehrgänge immer ziemlich viel Nachbearbeitung von Hand, damit das Ergebnis wenigstens einigermaßen erträglich war.

Schön wäre es deshalb, wenn es eine Software gäbe, die nicht einfach die Notenzeichen 1:1 wiedergibt, sondern versucht, die Partitur nach ähnlichen Regeln wie ein Musiker zu „interpretieren“. Dazu ist es aber erforderlich, musikalische Praxiserfahrungen und Programmierkenntnisse in geeigneter Weise zusammenzuführen, um menschliche Interpretationsregeln in geeignete Computer-Algorithmen zu transformieren.

Ein erster, noch mit sehr geringem Zeiteinsatz und recht unsystematisch erstellter Freizeit-Programmierversuch, den ich mal in den Ferien gemacht und dann erst mal wieder vergraben hatte, lässt da bereits hoffen.

Die folgende Beispielaufnahme des gleichen Stückes ist ebenfalls - ohne weitere Bearbeitung von Hand - vollautomatisch aus der einfachen Notenpartitur generiert *), unter Verwendung der gleichen Computersounds wie bei der ersten Aufnahme, allerdings jetzt von meiner neuen Testsoftware, die die Noten mehr nach menschlich-musikalischen Gesichtspunkten zu „interpretieren“ versucht:

Eingangschor BWV 11,
ebenfalls automatisch generiert, aber mit der neuen Testsoftware

Ich finde, dieser erste Versuch klingt doch schon ganz nett, obwohl mir spontan noch jede Menge einfällt, was besser werden könnte.

*) um ehrlich zu sein: ein bisschen geschummelt habe ich doch, indem ich dem Programm vorher gesagt habe, dass ich eigentlich bei ca. 2:42 und 3:40 leichte Zwischen-Ritardandi ganz schön fände - da wäre es von alleine noch nicht drauf gekommen :) - Alles andere hat der Computer aber schon selber gemacht (auch die Sachen, die leider noch nicht so schön sind!)

Auch in der Benutzerfreundlichkeit (im Informatik-Deutsch: in der "Usability") der Online-Lehrgänge soll sich gegenüber der „Steinzeit“-Technik unserer bisherigen Workshops einiges deutlich verbessern: Beim Klick auf irgendeine der (dann beim Abspielen automatisch in Druckqualität mitscrollenden) Noten soll die Musik genau an dieser Stelle der Partitur starten, je nach der gewählten Voreinstellung auch in langsamerem Tempo, oder z.B. in historischer Stimmung, mit beliebig starker Hervorhebung der jeweiligen Einzelstimme;  die Sache soll auf PCs, Tablets oder auch Smartphones nutzbar sein, u.v.a.m. – natürlich alles wie bisher ohne spezielle Software beim Benutzer; Internetzugang reicht.

Auch „unter der Haube“ ändert sich einiges und macht die Sache letzten Endes einfacher; z.B. wird es beim Erstellen der Lehrgänge nicht mehr notwendig sein, die automatisch erzeugten Sounddateien von Hand in kleine Trainingshäppchen zu zerschnipseln.

Alles das ist prinzipiell technisch machbar. Bis zur „Serienreife“ ist künftig aber zunächst noch viel „Grundlagenforschung“ und viel Softwaretüftelei erforderlich. Da mein entsprechendes Studium schon sehr lange zurückliegt (allerdings war es schon nicht mehr ganz die Zeit der Lochkartenrechner :) ), gibt es in dieser Hinsicht auch zunächst noch einiges "upzudaten".

Ich wünsche Ihnen, bis es hoffentlich einmal soweit ist, viel Freude in den vielen von den Kolleginnen und Kollegen landauf landab angebotenen Chorworkshops mit herkömmlicher Vorbereitung.

Ihr
Jost Schmithals
(Kirchenmusikdirektor)

 

Hier geht es zu den Archivseiten unserer letzten drei Workshops.