|
|
Tipps und Tricks für Ihre
Das wichtigste zuerst: "Pauken" Sie Ihre Stimmen nicht! Sie brauchen beim Anhören der Trainings-Aufnahmen auch nicht mitzusingen: Noch weit mehr als das Spiel eines Instrumentes vollzieht sich das Kennenlernen der Gesangsstimmen ja in erster Linie über das Hören, über die innere Vorstellung. Sie wissen, wie schnell Sie eine Melodie im Ohr haben, die Sie einige Male - vielleicht nur vollkommen absichtslos so nebenbei - im Radio gehört haben. Wenn Sie also auch diese Musik beim Autofahren, Gemüseschneiden oder vergleichbaren Tätigkeiten im Hintergrund laufen lassen, so ersetzt das zwar nicht die intensive Beschäftigung mit Einzelstellen (s.u.), aber es schafft durchaus eine gute Grundlage dafür. Es ist auch gar nicht unbedingt so empfehlenswert, beim Hören der Aufnahmen mitzusingen: 1) Sie hören den Stimmverlauf wesentlich klarer, wenn Sie nicht mitsingen. 2) Die Stimmen liegen zum Teil recht hoch. Beim Workshop, mit den entsprechenden stimmtechnischen Hilfen, im Verbund mit den anderen Sängerinnen und Sängern, und unterstützt durch die Akustik der Marienkirche sowie das Orchester, wird das auch kein Problem sein, sondern vielmehr dem glanzvoll-freudigen Charakter der Musik zum Ausdruck verhelfen. Zu Hause, auf sich allein gestellt, ohne Kirchenakustik, und bei noch unsicherer Kenntnis des Stimmverlaufs könnte der Versuch mitzusingen aber leicht zu unnötigen Verkrampfungen führen. Effektives Lernen geschieht jedoch am besten im entspannten und lustvollen Zustand. Sinnvoll wäre es beim Anhören z.B.: 1) den Stimmverlauf nur innerlich mitzuverfolgen, nach Möglichkeit auch schon so weit wie möglich „vorauszuhören“. 2) den Stimmverlauf tonlos und fast unhörbar, mit eher geöffneten Lippen, quasi mitzu“flöten“, wobei es auch dabei nicht um klar definierte Tonhöhen geht, sondern um die innere Ton- und Rhythmusvorstellung und ein flexibles Mitverfolgen des Stimmverlaufs. 3) den Text im Musikrhythmus leise mitzusprechen (soweit möglich). Beim Hören längerer Abschnitte werden Ihnen einige Stellen schwerer eingängig erscheinen als andere. Einiges wirkt zunächst einmal etwas sperrig, weil die Stimmen an solchen Stellen möglicherweise erst im Verbund mit den anderen Stimmen, in ihrem sehr kunstvollen Gesamtgeflecht, richtig verständlich werden. Aber auch mit solchen Stellen können Sie sich bereits zu Hause ganz entspannt und mühelos vertraut machen, wenn Sie folgendermaßen vorgehen: Hören Sie sich eine solche Stelle einige Male unmittelbar hintereinander an, indem Sie die entsprechende rote Farbfläche mehrfach anklicken. Dabei beachten Sie bitte die folgenden Regeln: 1) Zum genauen Kennenlernen immer nur eine einzige, sehr kurze Stelle mehrmals anhören (damit sich beim Merkvorgang nicht verschiedene Stellen gegenseitig Konkurrenz machen und auslöschen). 2) Eine solche Stelle nicht öfter als 3 bis maximal 5 mal wiederholen (damit Ihre grauen Zellen nicht auf den in dieser Phase der intensiven Beschäftigung vollkommen ineffektiven „Dauerberieselungsmodus“ umschalten; das wäre angesichts der schönen Musik wirklich zu schade!). 3) Danach das Gehörte einen kleinen Moment sacken lassen ("nach"-denken über diese Stelle), bevor Sie zu Ihrer nächsten Baustelle weitergehen. Es ist eigentlich ziemlich egal, ob Sie nach dieser kurzen und unaufwändigen Beschäftigung mit einer Stelle den Eindruck haben, diese Takte schon besser als vorher zu kennen: Eine Nacht drüber zu schlafen ist elementarer Bestandteil des Lernprozesses, und nach lernpsychologischen Erkenntnissen erforderlich für die sichere und mühelose Verankerung im Gedächtnis. Wenn Sie solch eine zunächst ungewohnte Stelle am nächsten Tag noch einmal so durchgehen, sollte sie Ihnen schon etwas vertrauter erscheinen; beim nächsten Mal wird es Ihnen möglicherweise schon so vorkommen, als hätten Sie die Stelle schon immer gekannt; und schließlich, als hätten Sie sie selbst komponiert (oder als würde sie Ihnen zufälligerweise gerade so einfallen) … Wie bei allen Lernvorgängen gilt: Muten Sie sich nicht allzu viel auf einmal zu – es sei denn, Sie haben unglaublich Lust dazu! Ideal ist es, wenn Sie sich möglichst häufig, aber dann jeweils nur eher kurz mit unseren Musikschnipseln befassen, und dabei nicht so pausenlos und verbissen wie diese drei Herren hier an die Arbeit gehen:
Viel Freude bei Ihrer musikalischen Vorbereitung wünschen Ihnen
→ Druckversion dieser Tipps und Tricks
|
|
|
|
||
|
zur Startseite des Online-Lehrganges zur Startseite des Bachkantaten-Workshops zur Startseite des Musikalischen Zentrums Brüderstr.9
|
||